Hurrikan Matthew über Haiti – Unterstützung in OpenStreetMap

Deutlich weniger beachtet als die verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 waren Haiti und weitere karibische Inselstaaten dieses Jahr vom Hurrikan Matthew betroffen. In OpenStreetMap gab es wieder eine breite Unterstützung zum Erstellen rudimentärer Karten der besonders betroffenen Regionen, um Hilfsorganisationen die Planung und Logistik zu erleichtern. Die meisten Karten wurden vom internationalen Roten Kreuz abgefordert und konzentrierten sich auf die Tiburon-Halbinsel und die Île de la Gonâve.

HOT Tasking Manager #2230Auf der Île de la Gonâve wurde die gesamte Karte anhand aktueller Luftbilder neu erstellt, da die Insel durch kleine, einzelstehende Siedlungen geprägt ist und vor allem das Erfassen der verstreuten Gebäude notwendig war. Wie auch schon für den Taifun Haiyan auf den Philippinen konnte ich hier einiges an Kartenmaterial beitragen und insbesondere Prüfung und Freigabe einzelner Kartenabschnitte im HOT Tasking Manager übernehmen.

 

Höhlen an der Ardèche

Auch in diesem Jahr haben wir in der Karwoche Zeit für eine gemeinsame Höhlentour in Südfrankreich gefunden. Mit dabei waren die Höhlenfreunde der Einseiltechnik zur Höhlenbefahrung der TU Dresden und der Höhlenrettung Sachsen. Bevor es in die erste natürlich Höhle ging stand der Besuch des Nachbaus der Grotte Chauvet auf dem Programm, die im vergangenen Jahr ein paar Tage nach unserer Tour eröffnet wurde. Dieser ist sehr beeindruckend und gut gelungen; selbst mit einiger Erfahrung fühlt es sich dank Klimatisierung und gedämpften Licht sehr realistisch an. Die Begeisterung für Höhlen scheint schon vor Jahrtausenden die Menschen an solch mystische Orte zu ziehen.

Neben ein paar Klassikern, wie der „Grotte de la Barbette“ und der „Aven des Pèbres“,  stand die „Aven de l’EPMM“ auf unserer Befahrungsliste. Häufig diente der Aufriss dieser unverzweigten Schachthöhle im Rahmen des Uni-Sportkurs als Beispiel für den Schachtausbau mit Umstiegstellen. Nun wollten wir endlich das Original befahren, brauchten aber deutlich weniger Fixpunkte als immer von uns eingezeichnet. Als weiteres Highlight wollten wir die Wasserhöhle „Le Runladou“ erneut befahren, nachdem im Jahr 2013 bis auf den letzten Saal kaum Wasser zu finden war. Diesmal überraschte uns gleich nach dem Einstiegsschacht eine langgezogene Seenlandschaft, die mit Neopren zum Planschen einlud. Alle tieferen Teile und verbundenen Räume waren durch einen Siphon gesperrt.

Um das reichliche Wasser auszunutzen fuhren wir zur „Fontaine de Champclos„, in deren Hauptraum „Salle du Mont Blanc“ man über einen Wasserfall abseilen kann. Ein anderer Teil der Gruppe nutzte die Zeit, um die hinteren eher verzweigten Teile zu erkunden. Auch diese Befahrung lohnte sich wieder, allein durch den Einstieg mit Gullideckel am künstlichen Zugang. Auf Empfehlung suchten wir die neue „Aven Armédia„, gleich in der Nähe zu Pèbres. So neu schien diese nicht zu sein und wurde am Wochenende durch viele Speleos der umliegenden Clubs Nimes und Alés besucht. Am zentrale Schacht, der in die tieferen und sehr schön geschmückten Räume führt, bildete sich ein Rückstau und stoppte uns etwas.

Wir freuen uns schon auf die nächsten Jahr. Die Kartensituation und die Zustiege haben sich, auch aufgrund der intensiven Pflege in Openstreetmap, deutlich verbessert und wir verlieren weniger Zeit mit dem Suche. Das Gebiet hält weiterhin viele spannende uns unbekannte Höhlen bereit.

Höhlen im Département Ardèche und Gard

Nach einjährige Pause hat es uns dieses Jahr wieder in den Süden Frankreichs gezogen. Mit einigen Teilnehmern aus dem Kurs Einseiltechnik zur Höhlenbefahrung an der TU Dresden und zusammen mit einem Großteil der Höhlenrettung Sachsen ging es zu unserem allseits beliebten Lager in Vallon-Pont-d’Arc. Ideal gelegen zur Höhlenbefahrung, für kleine Wanderungen und mit guter Anbindung an die Infrastruktur.

Dieses Jahr stand der wiederholte Versuch an, das System „Grégoire-Fées“ bei Tharaux durch die Schachthöhle „Aven Grégoire“ bis zum Wasseraustritt an der „Grotte des Fées“ zu befahren. Zuvor hatte uns der hohe Wasserstand im mittleren Siphon hinter dem Grand Salle gestoppt und zum Aufstieg in kompletter Neoprenausstattung gezwungen. Diesmal waren drei Tage möglich; am ersten konnten ein Teil der Gruppe von oben einbauen, am zweiten ein anderer Gruppenteil unfreiwillig von unten das Réseau Bienfait befahren, um dann am dritten Tage und im zweiten Anlauf das Seilmaterial wie geplant von unten nach oben wieder auszubauen.

Nachdem nun schon viel in Neopren unterwegs, war die lange ersehnte Befahrung des Wassersystems „Event de Peyrejal“ ein weiters Highlight. Die an eine U-Bahn erinnernden Tunnel standen schon lange auf der Liste für eine ausgedehnte Wanderung unter Tage. Anfängliche Schwierigkeiten den künstlichen Eingang zu finden, obwohl wir zum Teil wenige Meter daneben standen, verkürzten die Tour leider ein wenig. Das ausgedehnte Röhren- und Horizontalkluftsystem erinnert an die Hessenhauhöhle, jedoch ohne Siphons und dadurch auch ohne Tauchgänge über weite Teile erreichbar. Mit etwas mehr Zeit werden wir die Peyrejal sicherlich noch ausgiebiger befahren.

Wasser und Höhle auf der Schwäbischen Alb

Trotz des recht feuchten Sommers 2014 sind wir auch dieses Jahr für eine Wochenendexkursion zu (Wasser-)Höhlen auf der Schwäbsichen Alb aufgebrochen. Und davon gab es reichlich, sodass insbesondere in der Falkensteiner Höhle für uns schon am ersten Siphon verschlossen war. Eigentlich als Highlight für die zahlreich vom Kurs „Einseiltechnik zur Höhlenbefahrung“ angereisten Dresdner, schwenkten wir lieber auf die Gustav-Jakob-Höhle und Roßgallschacht um, bei deutlich angenehmeren Wasserstand.

Damit waren eher Schachthöhlen angesagt und wir machten uns auf die Suche nach dem Mundloch des Eichbergschachts. Der versprochen See im größten Raum war leider entgegen der sonstigen Wassermengen trocken, aber die Verbruchräume und der Abstieg selbst sehenswert. Als weitere Schachthöhle wurde der Todtsburger Schacht befahren, der in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahn-Neubaustrecke Ulm-Wendlingen liegt und vielleicht in den kommenden Jahren nicht mehr einfach zugänglich sein wird. Leider scheiterte der Direktabstieg an unseren Körpermaßen, wobei auch der normale Abstieg in die untere Halle die ein oder andere spaßige, engere Stelle bereithält.

Zinselhöhlentreffen 2014

Auch in diesem Jahr waren wir wieder beim Zinselhöhlentreffen in Rauenstein / Meschenbach vertreten. Das Wetter war beständig und wir konnte alle Abende am Lagerfeuer genießen.

Mit ausreichend Personen konnten wir auch dieses Jahr die Grabungsaktion am Fuchsloch unterstützen. Parallel dazu begleitete Thilo das Team von „MDR vor Ort“ bei der Befahrung der Rauensteiner Höhle im Rahmen der Jubiläumssendung der Feengrotten. Hier wurden ein paar Eindrücke einer richtigen Höhle eingefangen. Am folgenden Tag stand auch für den Rest die Rauensteiner Höhle auf dem Programm. Diesmal ausführlich und mit allen Highlights. Um den Mangel an Seiltechnik auszugleichen, wurde abends noch eine Seilbahn nahe der Zinselhöhle aufgebaut, sehr zum Spaß aller größerer und kleinerer Höhlenforscher.

Wintertour im Thüringer Wald

Da der Winter dieses Jahr fast überall etwas sommerlastig ausgefallen ist, wurde die Wintertour weniger aufwendig gestaltet. Der Thüringer Wald sollte trotzdem noch genügend Schneereserven bieten, um durch den Winterwald zu stapfen oder ein paar Runden mit den Langläufern zu drehen.

Rund um den Schneekopf und Schmücke lagen auf den obersten 200 Höhenmetern ein paar Zentimeter Schnee. Und damit war unsere Herberge in der Neuen Gehlberg Hütte noch richtiggehend eingeschneit. Schon bei der Wanderung auf dem Rennsteig nach Oberhof schaute Wiese oder Waldboden durch. Der letzte Schnee wurde beständig von der Sonne dahingerafft; umso schöner war das Ski fahren im Sonnenschein.

In Abwechselung zu den letzten Jahren war im Bereich rund um Oberhof die Abdeckung in OpenStreetMap hervorragend. Die erfasst Wege und Pfade gingen deutlich über Wanderkarten hinaus. In vielen touristischen Regionen Deutschlands wird bald kein verbessernder Beitrag zu den Karten mehr möglich sein.

Taifun Haiyan / Yolanda – Kartenmaterial durch OpenStreetMap

Der Taifun Haiyan bzw. Yolanda ist über die Philippinen gezogen und hat zusammen mit einer Sturmflut beträchtliche Schäden angerichtet. Neben der finanziellen Unterstützung die man leisten kann, gab es ähnlich zu anderen Naturkatastrophen wieder eine verstärkte Mitarbeit in OpenStreetMap. Das Wiki bietet einen Überblick zur Berichterstattung und staatlichen und anderen Hilfsorganisationen, die nachweislich auf das frei verfügbare Kartenmaterial zurückgreifen.

Der Stand der OpenStreetMap-Karten war insbesondere auf den entlegeneren Inseln der Philippinen kaum ausreichend, um ein groben Überblick der Infrastruktur zu erhalten. Durch die intensive Arbeit in diesem Gebiet konnten der Stand vor der Naturkatastrophe aufgearbeitet und zum Teil auch der Grad der Zerstörung nach dem Durchzug des Taifuns erfasst werden. Ich habe mich dabei hauptsächlich auf die Camotes-Inseln konzentriert, die zuvor kaum erfasst waren.

osm_camotes

Die Aufgabenteilung per OSM Tracking Manager funktionierte sehr gut, sodass innerhalb weniger Tage auf der gesamte Inselgruppe die Verkehrsinfrastruktur, Siedlungen und teilweise einzelne Bauwerke erfasst wurden. Leider stehen trotz diverser freier Quellen nicht für alle Gebiete hoch aufgelöste und wolkenfreie Luftbilder zur Verfügung, sodass die Karte weiterhin Lücken aufweisen wird.

Wasserhöhlen auf der Schwäbischen Alb

Nach einer ersten Vorerkundung im letzten Jahr war das Interesse an wasserführenden Höhlen auf der Schwäbischen Alb geweckt. Diesmal personenstark unterstützt durch Teilnehmer des Kurses „Einseiltechnik zur Höhlenbefahrung“ der TU Dresden haben wir im Werkmannhaus des DAV Quartier bezogen.

Auf Einladung der Höhlenforscher der ARGE Blaukarst bekamen wir die Möglichkeit die spektakuläre Hessenhauhöhle zu befahren. Der schmale Zugang über eine verbrochene Doline ließ kaum die Dimensionen der aktiv wasserführenden Teile erahnen, die das Blautopfsystem speisen. Leider wurde die Freude am Wasser durch eine hohe E. coli-Belastung Dank der Laichinger Kläranlage getrübt.

Zinselhöhlentreffen 2013

Wieder lockte uns das Höhlentreffen an der Zinselhöhle rund um Himmelfahrt in den Süden Thüringens, nach Rauenstein / Meschenbach. Da das Wetter wie der gesamte Frühsommer recht durchwachen waren, lockte jeden Abend die Wärme des Lagerfeuers.

Im Fuchsloch konnten wir uns dieses Jahr wieder bei einer Grabaktion nützlich machen, wobei es sich auch von außen ganz entspannt beobachten ließ. Das absolute Highlight des Wochenendes war sicherlich die Befahrung der Rauensteiner Höhle, die uns mit ausreichend Wasser empfing. Wir konnten die Gänge so im Neopren treibend genießen und waren froh uns danach wieder am Lagerfeuer wärmen zu dürfen.

OpenStreetMap an der Ardèche

Die OpenStreetMap-Abdeckung der beiden Départements Ardèche und Gard, auf deren Fläche sich die meisten von uns besuchten Höhlen befinden, stagniert seit Jahren. Es wurden analog zu Bulgarien hauptsächlich Daten des CORINE Land Cover Projekts automatisiert hinzugefügt. Die Landnutzung, z.B. in der Landwirtschaft, wird eher grob und großflächig erfasst. So wird aus der gesamten landwirtschaftliche Nutzfläche rund um Barjac ein Weinbaugebiet. Tatsächlich liegt eine Mischnutzung mit Weideland und Ackerbau vor.

osm_barjac

Andererseits ist so zwar die Landnutzung abgedeckt, jedoch fehlt einige Infrastruktur. Straßen, insbesondere innerorts, sind nur rudimentär erfasst und häufig nicht klassifiziert, sodass ein darauf aufbauendes Routing nicht funktionieren wird. Zur richtigen Klassifizierung des für Südfrankreich typischen Strauchlands (frz.: garrique) bzw. Machie (frz.: maquis) gibt es leider keine eindeutige Empfehlung im OpenStreetMap Wiki. Ich tagge es zumeist als landuse=scrub, da es sich weder um offenes Grasland noch um einen Forst oder gar Primärwald handelt.

Durch zahlreiche Touren in letzten Jahren konnte ich den Datenbestand rund um Vallon-Pont-d’Arc, Barjac und Méjannes-le-Clap stetig ergänzen. Dies beschränkt sich jedoch auf ein paar interessante Orte, per GPS aufgezeichnete Wanderwege und einzelne Siedlungen, für die ausreichend aufgelöste Luftbilder vorliegen.